Unternehmenssteuern werden auf der Grundlage einer ordnungsgemäßen Buchhaltung festgestellt und erhoben.

Damit die Besteuerungsgrundlage von den Steuerbehörden als ordnungsgemäß anerkannt

wird, müssen bestimmte Grundsätze (Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung = GoB) erfüllt sein.

 

Die Einhaltung und Richtigkeit dieser GoB wird durch

steuerliche Außenprüfungen (Betriebsprüfung) überprüft.

Dabei hat der Steuerpflichtige eine Mitwirkungspflicht.

 

Das Obergebot ist: Schlüssigkeit und Klarheit und Nachvollziehbarkeit  vom Beleg zur Bilanz und umgekehrt

Um welche Grundsätze bzw. Vorschriften  handelt es sich denn nun im Einzelnen?

 

Die wesentlichen Vorschriften sind im HGB in den §§238 (2) und 247 (1) (formelle Vorgaben) sowie in den §§ 242(1), 252 (1) Nr. 1-3 und 253 HGB zu finden. Sie können wie folgt zusammengefaßt werden:

Die Buchhaltung ist ordnungsmäßig, wenn

– die für die kaufmännische Buchführung erforderlichen Bücher geführt werden

– die Bücher förmlich in Ordnung, vollständig und sachlich richtig sind

– sie einem sachverständigen Dritten innerhalb angemessener Zeit einen Überblick

über die Geschäftsvorfälle und über die Vermögenslage des Unternehmens vermitteln kann

– sich die Geschäftsvorfälle in ihrer Entstehung und Abwicklung verfolgen lassen

– die Geschäftsvorfälle zeitgerecht erfasst werden und ein zeitlicher Zusammenhang zwischen

den Vorgängen und ihrer buchmäßigen Erfassung besteht

– keine Buchung ohne Beleg erfolgt

– die Geschäftsvorfälle geordnet und übersichtlich im Grundbuch aufgeführt sind bzw.

durch eine entsprechende Belegablage dokumentiert werden.

 

Aufgrund der heutzutage elektronisch durchgeführte Buchhaltungen, sah es der Gesetzgeber für erforderlich an, die Grundsätze auf die Ordnungsmäßigkeit beim Führen der Bücher in DV-Systemen zu erweitern, die GoB wurden zu den GoBD. Die zusätzlichen Grundsätze betreffen im wesentlichen also Aspekte der digitalen Buchhaltung.  Das BMF hat dazu erstmal einen Erlass vorgelegt, der ab dem 1.1.2015 verbindliche Gültigkeit hat. Dabei wird kein Unterschied nach Betriebsgröße gemacht.

Die Kernthemen in diesem Zusammenhang sind

  • Umsetzung einzelner bisheriger GoB in DV Systemen
  • Unveränderbarkeit der Daten
  • Vorgaben zum Belegwesen
  • Internes Kontrollsystem und Datnsicherheit
  • Verfahrensdokumentation
  • Datenzugriff der Steuerbehörden

Anmerkung der Verfasserin:

Um die vom Gesetzgeber vorgesehenen Vorgaben einhalten zu können, könnte man sich ausschließlich und erschöpfend mit dieser Thematik beschäftigen. Einerseits ist dies gerade für kleine Unternehmen einfach zu teuer. Andererseits, ignoriert man diese Vorgaben, bietet man der Steuerbehörde Angriffsfläche. Daher erscheint es sinnvoll, Mittelwege zu suchen und zu beschreiten, die zumindest belegen, dass sich das Unternehmen mit der Thematik beschäftigt hat.

Man sollte sich zumindest mal über die Themen unterhalten  und sehen, was man am einfachsten und schnellsten umsetzen kann, um diese Vorgaben zu erfüllen.

Die Inhalte der einzelnen GoBD-Vorschriften werden in den noch folgenden Blogs erläutert.

Diplom-Kauffrau Andrea Wehde

Buchhaltung

Die neuen GoBD (Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung in DV-Systemen)
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